Jahresstart mit den Cafétaleros aus Peru

Noch ist das neue Jahr noch nicht so alt und dennoch gab es gestern Abend einen ersten Höhepunkt.
Einige Cafétaleros aus dem kleinen peruanischen Dorf Miguel Grau, welche den PachaMama Kaffee anbauen und zu der Kooperative CACI SATINAKI gehören, hatten uns zu einer gemeinsamen Zoom-Sitzung eingeladen. Die Kaffeebauern wollten uns gern kennenlernen und in den Austausch kommen. Im Dezember hatten wir noch eine Grußbotschaft nach Peru geschickt. Wer das Video noch nicht gesehen hat, kann es hier anschauen.

Nach anfänglichen technischen Herausforderungen (insbesondere auf deutscher Seite), stand die Verbindung. Michael Scherff, welcher die Kooperative CACI SATINAKI mitgründete und heute ebenfalls in Peru lebt, übersetzte vom Spanischen ins Deutsche.
Besonders beeindruckend war, als uns Elvys davon berichtetet, dass ein Kaffeesack bis zu 70 Kilo schwer ist und mehrere hundert Meter und viele Höhenmeter bei rutschigem Untergrund von der Plantage zur Weiterverarbeitung getragen werden muss. Mit diesem Wissen wird jede Tasse Kaffee die wir trinken noch wertvoller.
Es ist toll, wenn so ein Austausch, trotz Pandemie und weiten Entfernungen gelingen kann und wir voneinander wissen.

Als Team von „Eine Welt für Alle“ sind wir froh, dass wir diesen tollen Bildungspartner haben, so einen spannenden Diskurs realisieren und gemeinsam für einen verantwortungsbewussten Kaffeegenuss eintreten können. Hierzu entwickeln wir spannende Informations- und Bildungsmaterialien, die wir euch nach und nach auch auf diesem Blog vorstellen wollen.

Ein Film geht um die Welt

Pünktlich vor Weihnachten hat das Team von Eine Welt für Alle eine Grußbotschaft an die Kaffeebauern in Peru aufgenommen.

Der Film ist gestern in Peru „gelandet“ und wird noch diese Woche bei einer Dorfversammlung angeschaut. Natürlich gibt es den Film auch hier auf unserem Blog zu sehen:

Wir sind sehr auf die Reaktionen gespannt und berichten hier natürlich darüber. Des Weiteren  ist geplant einen Botschafter oder eine Botschafterin von Eine Welt für Alle zu den Cafetalero senden, sobald dies die aktuelle Lage wieder zulässt, um uns direkt vor Ort zu informieren und Material für einen eigenen Film zu drehen.

In der Kategorie „Kaffeegenuss mit sozialer Verantwortung“ hier auf dem Blog findet ihr genauere Infos zu dem Projekt. Ein Teil des Teams erarbeitet hierfür Workshops bzw. Bildungsmodule, die wir zu einem späteren Zeitpunkt auch auf dem Blog veröffentlichen. Wir fangen entspannt bei einer guten Tasse Kaffee, Latte Macchiato, Cappuccino, o.ä. an und können gleichzeitig sieben Thesen aus dem Jugendmanifest von jungen Menschen aus dem CJD thematisieren und darüber ins Gespräch kommen. Welche sieben Thesen das sind, wird zur Zeit noch nicht verraten. Ein Blick auf die Thesenübersicht genügt aber, um es herauszufinden.

 

Geht doch…

Die Betonung der Überschrift liegt auf  Auch wenn sich das Team von Eine Welt für Alle leider immer noch nicht persönlich treffen konnte, sind wir mit unseren Themen DOCH weitergekommen.
Es waren zwei gute Onlinesitzungen, die wir gemeinsam am Wochenende halten konnten. 

Drei Themen standen auf der Tagesordnung

1. Fluppe vs. Natur
Hier wurden Konzepte erarbeitet, wie an allen CJD Standorten in Deutschland die Kippen von dem Boden verschwinden und im richtigen Behälter landen, um diese in einen Verwertungskreislauf zurückzuführen. Mit Mario Merella von TobaCycle war ein kompetenter Partner dabei.

2. Kaffeegenuss mit sozialer Verantwortung
Dieses Thema liegt uns momentan besonders am Herzen, da in Peru die Menschen das Problem Corona viel existentieller trifft als bei uns in Deutschland. Deswegen haben wir eine Grußbotschaft für die Kaffeebauern geschrieben, die nun in einen Film umgesetzt wird. Das ist zwar noch geheim, aber da die Bergbauern (noch) nicht auf unseren Blog schauen, können wir das hier schon einmal verraten :).
Dazu stellen wir zudem noch die wichtigsten Infos über Pacha Mama zusammen, damit man weiß, was alles hinter diesem Kaffee steckt. Bildung, Umweltbewusstsein, hohe Qualität, usw.

3. Das Jugendmanifest – von Jugendlichen aus dem CJD
Die 540 Fragebögen von der Radtour sind die Grundlage für das nächste Manifest (ob es dann auch so heißt, wird noch entschieden). Diese wurden schon im Vorfeld der Sitzung von einigen Teilnehmenden geclustert und müssen jetzt Stück für Stück, Frage für Frage ausgewertet werden. Ziel ist es eine kleine Studie zu erstellen, die Anfang nächsten Jahres erscheinen soll.

Von allen Fortschritten werden wir hier auf dem Blog berichten.

Fazit: auch wenn alle traurig waren, dass wir uns erneut nicht persönlich treffen konnten, war es doch eine motivierende Zeit. Man kann immer was bewegen, auch wenn es manchmal anders passiert, als es geplant war. Wir sind gespannt, wann das erste „echte“ Treffen stattfinden kann…

Zarah Rosenbaum, Mitglied im Projektteam „Eine Welt für Alle“

„Ich unterstütze das Projekt „Eine Welt für Alle“ und den inkludierten 360°-Film „Pacha Mama“ aus mehreren Gründen. Zum einen wird uns Jugendlichen durch dieses Projekt die Möglichkeit gegeben, aktiv etwas zu verändern und uns eine bessere, verantwortungsvolle Zukunft zu schaffen. Zum anderen kann ich durch meine Teilnahme auch für die Kaffeebauern in Peru eine Veränderung bewirken, indem unser Projekt Aufmerksamkeit auf sie lenkt und anderen Menschen somit die Möglichkeit bietet, sie zu unterstützen. Es mag nur ein kleines Projekt sein auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Umweltschutz, aber kleine Dinge können Großes bewirken. Selbst wenn wir nicht die Welt verändern können, so können wir doch für einen Menschen, wie einen Kaffeebauern in Peru, die Welt verändern.

Meine Vorstellungen zu meiner Zukunft unterscheiden sich hinsichtlich zweier Fragestellungen: „Wie erhoffe ich mir meine Zukunft?“ und „Wie wird meine Zukunft voraussichtlich aussehen?“
Ich erhoffe mir eine Zukunft, in der alle Menschen als Gleichberechtigte miteinander leben. Eine Zukunft, in der wir Menschen Rücksicht nehmen auf die Umwelt. Eine Zukunft, in der nicht Kriege das Schicksal vieler Menschen bestimmen, sondern in welcher sie es selbst bestimmen können. Eine Zukunft voller Verantwortungsbewusstsein, Gleichheit und Rücksichtnahme.
Allerdings sind diese Vorstellungen zum jetzigen Zeitpunkt utopisch. Ich befürchte, dass meine Zukunft und die aller Menschen wesentlich düsterer aussieht: Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Kriege, Armut und Ungerechtigkeit enden, stattdessen verschärft sich die Situation vielerorts. Die Politik ist auf Machtstreben ausgelegt, nicht auf soziale Gerechtigkeit und Frieden. Leider werden Begriffe wie „Gerechtigkeit“ und „Frieden“ zumeist nur in hohlen Phrasen verwendet und kaum jemand glaubt noch an sie.
Daher ist es mein Ziel, eine Veränderung zu bewirken, um meine befürchtete Zukunft in meine erhoffte Zukunft umzuwandeln oder ihr zumindest ein Stück näherzukommen. Das sind hochgesteckte Ziele, wohlgemerkt, und es ist reines Wunschdenken, dass ein Mensch allein diese Ziele erreichen könnte. Doch wenn viele Menschen zusammenarbeiten, kann Großes erreicht werden. In meiner Zukunft möchte ich Teil dieser Bewegung sein, weshalb ich mich in meiner Gegenwart bereits dafür engagiere – zum Beispiel beim CJD.

Im Rahmen des Projektes freue ich mich ganz besonders auf die Resultate, obwohl die Ideenentwicklung und die Produktion natürlich auch viel Spaß versprechen. Zu wissen, dass man jemandem durch dieses Projekt hilft, ist ein unheimlicher Ansporn, und diese Hilfeleistung und Unterstützung erfreut mich am Meisten.“

Zur Erklärung:
Der 360°-Film zu „Pacha Mama“ entsteht in Kooperation mit unseren Bildungspartner der Knauer & Knauer GmbH und der Murnauer Kaffeerösterei. Zu dem Film sollen Begleitmaterialien entstehen, welche einen verantwortungsbewussten Umgang mit Kaffeen und die soziale Verantwortung der Konsumenten gegenüber den Kaffeebauern aufzeigen. Zarah ist bei der Erarbeitung des Films und der begleitenden Materialien aktiv dabei und unterstützt das Projekt mit vielen kreativen Ideen.

 

Murnau II – die Murnauer Kafferösterei

Nach der Kita ging es zum Bildungspartner des CJD, der Murnauer Kaffeerösterei. Seit vielen Jahren sind wir mit Thomas Eckel und seinem Team in unterschiedlichen Projekten gemeinsam unterwegs. So war es ein Herzensanliegen, dass die Fahrradtour auch in der Rösterei Station macht.
Gemeinsam trafen wir uns im Kaffeehaus und durften hier den tollen, ökologisch angebauten und direkt gehandelten PachaMama Kaffee kosten, welcher auch in unterschiedlichen CJD Einrichtungen angeboten wird.
Beim gemeinsamen Gespräch wurden die ersten Ergebnisse der Fahrradtour weitergegeben und Maxim, Julian und Niclas konnten vielseitige Informationen zum ökologischen und sozial verantwortlichen Kaffeanbau erfahren. Spannende Einblicke, die aufzeigen, dass wir in Deutschland eine große Verantwortung für die Kaffeebauern weltweit haben und dass es wichtig ist, den Bauern Wissen und Fähigkeiten zu vermittel, damit diese nachhaltig vom Kaffeeanbau leben können.

Thomas Eckel öffnete auch seine Türen des neuen Röstereigebäudes und ließ die drei Jungs „auf der Baustelle“ schlafen. Zum Glück gab es aber schon eine Dusche und sogar eine Waschmaschiene. Zum guten Abschluss wurde auch noch Pizza für alle bestellt und so konnte der Abend gut ausklingen.

Ein herzlichen dankeschön geht an Thomas Eckel und die Murnauer Kafferösterei. Im CJD hoffen wir, dass wir gemeinsam spannende Projekte entwickeln und in einem guten Austausch bleiben.