Niclas – einer der drei Fahrradfahrer

Ich bin Niclas, einer der drei Radfahrer und ich sags offen heraus. Ich mache diese Reise hauptsächlich um mich selber zu prüfen, wie weit ich körperlich und geistig gehen kann und welche Herausforderungen wirklich zu einer Freundschaft gehören. Dazu kann ich bis jetzt nur sagen, verhilft mir diese zwei monatige Erlebnisreise zu einer enormen charakterlichen Weiterentwicklung. Doch auf der anderen Seite bin ich ja auch angehender Lehramtsstudent, gerade deswegen bin ich durchaus daran interessiert, wie Arbeit mit jungen Menschen und besonders die Einbindung dieser Altersgruppen aussehen kann. Da bietet mir das CJD mit den Schulen, Kitas und sogar Suchtrehabilitationszentren ein breites Spektrum, um sowas kennenzulernen und natürlich auch im Zuge unserer „Eine Welt für Alle“ Aktion ist es mir möglich selbst aktiv zu werden und persönlichkeitsbildend zu arbeiten. Sei es als Vorbild des unermüdlichen Radfahrers, als Freund, der sich für die Meinung eines jeden Einzelnen interessiert oder eben auch ein bisschen bereits als Lehrer, gemeinsam mit den Kindern zu erarbeiten, um was es bei unserer Welt von morgen eigentlich geht.

Besonders wichtig ist mir der Aspekt der Persönlichkeitsbildung, die wir uns durch diese Aktion nicht nur auf die Fahne schreiben, sondern jeden Tag erlebbar machen. Das merke ich selbst jeden Tag, wie ich mich durch jedes Erlebnis weiterbilde und mit jeder Grenze, die ich sehe und durchbreche, mein eigenes Potenzial dadurch erweitert wird. Doch sehe ich es auch in den strahlenden Gesichtern der Kinder, sie bekommen aktiv mit, was möglich ist, solange man an sich selbst glaubt und die Unterstützung anderer annimmt, um gemeinsam Großes zu erreichen.

Zu guter Letzt können auch die Erwachsenen nochmal von uns lernen, dass das CJD mehr als ihr Arbeitgeber ist und wie wichtig Zusammenhalt in dieser riesigen Familie ist.

Es ist eine Reise, die ich noch nicht in Worte fassen kann und möchte, doch ich weiß, dass mich ihre Erlebnisse, Eindrücke und Erfahrungen ein Leben lang begleiten werden. Dafür bin ich jetzt schon unglaublich dankbar.

Dr. Dorothea Kliche-Behnke von Paul Lange & Co. OHG

„Wir freuen uns über diese Kooperation des CJD und Paul Lange. Tatsächlich eint uns das Ziel, einen Beitrag für eine bessere Welt zu leisten. Deshalb freuen wir uns, auch in Zukunft in Verbindung zu bleiben. Respekt, Maxim, Julian und Niclas, für eure sportliche Leistung bei diesen Temperaturen!“

Zur Erklärung: Die Paul Lange & Co. OHG ist seit einigen Jahren Bildungspartner des CJD und so hat das Unternehmen aus Stuttgart die drei Fahrradfahrer Niclas, Maxim und Julian selbstverständlich auf ihrer Tour empfangen. Frau Kliche-Behnke als Referentin der Geschäftsführung nahm dabei an dem Treffen teil und freute sich über die gemeinsame Kooperation. Die Paul Lange & Co. OHG ist eines der führenden Unternehmen der europäischen Fahrradbranche und deutscher Generalvertreter für SHIMANO.

Rückblick auf die Etappe 25

Zwischen Ebersbach und Stuttgart wurden Julian, Maxim und Niclas von Annette Vater und Miriam Roggel von Konrad Magirius interviewt.
Was die beiden berichten (im Video 1 ist die Kameraführung nicht so super) sind tolle Statements zur Tour, zur Arbeit im CJD und ein großes Lob für die drei Jungs.

Zarah Rosenbaum, Mitglied im Projektteam „Eine Welt für Alle“

„Ich unterstütze das Projekt „Eine Welt für Alle“ und den inkludierten 360°-Film „Pacha Mama“ aus mehreren Gründen. Zum einen wird uns Jugendlichen durch dieses Projekt die Möglichkeit gegeben, aktiv etwas zu verändern und uns eine bessere, verantwortungsvolle Zukunft zu schaffen. Zum anderen kann ich durch meine Teilnahme auch für die Kaffeebauern in Peru eine Veränderung bewirken, indem unser Projekt Aufmerksamkeit auf sie lenkt und anderen Menschen somit die Möglichkeit bietet, sie zu unterstützen. Es mag nur ein kleines Projekt sein auf dem Weg zu Gerechtigkeit und Umweltschutz, aber kleine Dinge können Großes bewirken. Selbst wenn wir nicht die Welt verändern können, so können wir doch für einen Menschen, wie einen Kaffeebauern in Peru, die Welt verändern.

Meine Vorstellungen zu meiner Zukunft unterscheiden sich hinsichtlich zweier Fragestellungen: „Wie erhoffe ich mir meine Zukunft?“ und „Wie wird meine Zukunft voraussichtlich aussehen?“
Ich erhoffe mir eine Zukunft, in der alle Menschen als Gleichberechtigte miteinander leben. Eine Zukunft, in der wir Menschen Rücksicht nehmen auf die Umwelt. Eine Zukunft, in der nicht Kriege das Schicksal vieler Menschen bestimmen, sondern in welcher sie es selbst bestimmen können. Eine Zukunft voller Verantwortungsbewusstsein, Gleichheit und Rücksichtnahme.
Allerdings sind diese Vorstellungen zum jetzigen Zeitpunkt utopisch. Ich befürchte, dass meine Zukunft und die aller Menschen wesentlich düsterer aussieht: Es gibt kein Anzeichen dafür, dass Kriege, Armut und Ungerechtigkeit enden, stattdessen verschärft sich die Situation vielerorts. Die Politik ist auf Machtstreben ausgelegt, nicht auf soziale Gerechtigkeit und Frieden. Leider werden Begriffe wie „Gerechtigkeit“ und „Frieden“ zumeist nur in hohlen Phrasen verwendet und kaum jemand glaubt noch an sie.
Daher ist es mein Ziel, eine Veränderung zu bewirken, um meine befürchtete Zukunft in meine erhoffte Zukunft umzuwandeln oder ihr zumindest ein Stück näherzukommen. Das sind hochgesteckte Ziele, wohlgemerkt, und es ist reines Wunschdenken, dass ein Mensch allein diese Ziele erreichen könnte. Doch wenn viele Menschen zusammenarbeiten, kann Großes erreicht werden. In meiner Zukunft möchte ich Teil dieser Bewegung sein, weshalb ich mich in meiner Gegenwart bereits dafür engagiere – zum Beispiel beim CJD.

Im Rahmen des Projektes freue ich mich ganz besonders auf die Resultate, obwohl die Ideenentwicklung und die Produktion natürlich auch viel Spaß versprechen. Zu wissen, dass man jemandem durch dieses Projekt hilft, ist ein unheimlicher Ansporn, und diese Hilfeleistung und Unterstützung erfreut mich am Meisten.“

Zur Erklärung:
Der 360°-Film zu „Pacha Mama“ entsteht in Kooperation mit unseren Bildungspartner der Knauer & Knauer GmbH und der Murnauer Kaffeerösterei. Zu dem Film sollen Begleitmaterialien entstehen, welche einen verantwortungsbewussten Umgang mit Kaffeen und die soziale Verantwortung der Konsumenten gegenüber den Kaffeebauern aufzeigen. Zarah ist bei der Erarbeitung des Films und der begleitenden Materialien aktiv dabei und unterstützt das Projekt mit vielen kreativen Ideen.

 

Thomas Eckel von der Murnauer Kaffeerösterei

Thomas Eckel- Gründer der Murnauer Kaffeerösterei

Das CJD und wir kennen uns bereits. Thomas Eckel, Gründer der Murnauer Kaffeerösterei, war Referent bei einem Workshop zum Jugendmanifest 2017 zum Thema Kaffee und Nachhaltigkeit. Mit einem bemerkenswerten Echo: die Jugendlichen entwickelten so viele Ideen, es formte sich ein Projekt, das wir gemeinsam mit ihnen umsetzten. Diese Arbeit war so inspirierend für uns, dass wir für die drei jungen Tourenfahrer gerne den Kontakt herstellten zum „Drachennest“, dem Kindergarten unserer Gemeinde.

Warum wir gerne wieder mitmachen? Weil Kinder genau das sind, was wir brauchen! Kinder sehen die Welt noch so erfrischend anders, sie sprudeln über vor Kreativität! Wo Erwachsene sagen „das geht nicht“, sehen Kinder gleich fünf unterschiedliche Lösungen auf einmal. Wir wollen Kinder ermutigen, neugierig zu sein, Begeisterung für ihre Träume zu entwickeln und sich dafür einzusetzen. Aus Träumen entstehen Ideen, Ideen führen zu Tatendrang und Tatendrang setzt Träume um. So eine Zukunft wollen wir!